www.coloss.org

1. Projekt COLOSS
Ricola Foundation unterstützt das Projekt COLOSS

Die Ricola Foundation unterstützt das internationale Netzwerk COLOSS (prevention of honeybee COlony LOSSes) bei der Erforschung und Eindämmung der weltweiten Verluste an Honigbienenvölkern. Die Ricola Foundation hilft COLOSS dabei, das weltweite Netzwerk von Forschungsinstituten, Universitäten und Imkern weiter auszubauen und zu unterhalten. Heimatbasis des Projekts ist das Institut für Bienengesundheit der Vetsuisse Fakultät, Universität Bern. COLOSS ist mit Geldern der EU im November 2008 gestartet und umfasst derzeit >1000 Mitglieder aus >90 Ländern (www.coloss.org).

Der Hintergrund: Etwa ein Drittel der weltweit zur Verfügung stehenden menschlichen Nahrung hängt direkt von der Bestäubung durch die Honigbiene ab. Die Honigbiene ist ebenfalls ein elementarer Bestäuber für wilde Pflanzen. Der dramatische Verlust an Honigbienen-Völkern bringt damit nicht nur die natürliche Ernährungsgrundlage der Menschheit in Gefahr, sondern bedroht auch die natürliche Biodiversität. Um die Ursachen des Bienensterbens systematisch zu untersuchen und um adäquate Schutzmaßnahmen für die Bienen ergreifen zu können, wurde 2008 das Projekt COLOSS ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um ein wissenschaftliches Netzwerk, das die weltweiten Erhebungen zum Umfang der Verluste und die Forschung zum Verständnis des weltweit zu verzeichnenden Verlusts an Honigbienen-Völkern koordiniert.


2. Projekt Kolumbien
Das Projekt wird den Stämmen der Puinave und Curripaco Indianer in der Amazonas Region über die Gewinnung von Honig stachelloser Bienen nachhaltige ökonomische Alternativen bieten. Dies wird es ihnen ermöglichen, den Wald nachhaltig zu nutzen um so in ihren Gemeinschaften zu bleiben und ihre Kultur zu erhalten. Darüberhinaus wird das Projekt Wissenslücken zur Biologie dieser bedrohten Wildbienen schliessen, um so ihren Schutz besser födern zu können.

Am 2.07.2014 hat Frau Prof. Dr. Alexandra Torres aus Kolumbien in Basel die Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Ricola über die nächsten Jahre unterschrieben.


3. Projekt Norwegen
Die Ricola Sitftung unterstützt ein Projekt zu norwegischen Honigbienenvölkern, die seit >10 Jahren Infektionen mit der Milbe Varroa destructor ohne jede Behandlungen überleben. Das Projekt versucht zu verstehen, warum diese norwegischen Honigbienen überleben können. Für diesen Zweck werden in Norwegen Experimente durchgeführt, um die exakten Mechanismen für das Überleben der Honigbienenvölker aufzuklären.

Die erwarteten Ergebnisse haben ein hohes Potential für die Imkerei.

mehr zum Projekt unter:
Norwegian University of Life Sciences – www.nmbu.no
Norwegian Beekeepers Association – www.norbi.no/engelsk.cfm
Universität Bern – www.bees.unibe.ch


4. Projekt Varroa Ring Test
Die Ricola Stiftung finanziert einen grossen europäischen Ring Test zur Milbe Varroa destructor.

Die parasitische Milbe Varroa destructor ist die grösste Bedrohung für das Überleben der europäischen Honigbienen und seit >20 Jahren haben Zuchtbemühungen nicht erreicht, dass Honigbienenvölker den Milbenbefall ohne Behandlungen überleben. In drei Populationen europäischer Honigbienen (in Ås/Kløfta (Norwegen), Avignon (Frankreich) and Uppsala (Schweden); rote Punkte) überleben Völker jedoch seit >10 Jahren ohne Behandlungen.

Dieser grosse Ring Test mit 7 Instituten wird die Frage klären, ob diese Bienen ohne Milbenbehandlungen überleben können, wenn sie in neue Umgebungen transportiert werden. Falls diese Bienen in der Lage sein sollten, auch in ihren neuen Umgebungen ohne Behandlungen zu überleben, so liegen starke genetische Fakoren der Resistenz zu Grunde, die für zukünftige Zucht genutzt werden sollten. Falls diese transportierten Völker jedoch nicht überleben sollten, so sollten Imkern lokale Bienen für Zuchtprogramme nutzen.

mehr zum Projekt unter:
www.nmbu.no
www.norbi.no/engelsk.cfm
www.paca.inra.fr/abeilles-et-environnement
www.agroscope.admin.ch/imkerei
www.ugent.be/we/fysiologie/en/research/zoophysiology
www.mol-ecol.uni-halle.de
www.uni-hohenheim.de


„Die erstaunliche Macht von Licht auf die Hardware des Lebens: Wie Licht die Gene innerhalb weniger Stunden neu programmieren kann”

Dr. PD. Célia Baroux, University of Zürich, Switzerland
Dr. Fredy Barneche, IBENS Paris, France

Das Leben einer Pflanze fängt mit der Keimung an. Für ein paar Tage lebt der Keimling im Dunkeln bis er mittels Wachstum durch die Erde das erste Mal auf Licht trifft. Nun ändert sich sein Leben völlig: Licht aktiviert einen mächtigen Prozess, die Photosynthese, wodurch Energie und Sauerstoff produziert werden. Dieser erlaubt die Produktion von Nährstoffen; der Keimling wächst, blüht und produziert Samen. Nachdem der Keimling die Erde durchbrochen hat, wird durch das Licht seine zentrale Einheit (Hardware) innerhalb weniger Stunden neu programmiert. Tausende Gene werden in einer sehr koordinierten Weise neu ein- oder ausgeschaltet, woraus neue zelluläre Funktionen und eine veränderte Physiologie resultieren. Seit Jahren stellen Forscher sich die Frage, wie solch massive Änderungen so schnell passieren können. Eine Zusammenarbeit von Dr. Célia Baroux (Universität Zürich, Schweiz) und Dr. Fredy Barneche (IBENS Paris, France) hat erste Ergebnisse ergeben. Ein bis dahin wenig untersuchtes Protein namens Histon H1 im Zellkern reagiert direkt auf Licht. Mit Hilfe weiterer Proteine, die Licht messen (Qualität und Spezifizität der Lichtwellen), kann das Histon H1 sofort auf die Organisation von Chromosomen und Genen wirken. Das Protein hat enormen Einfluss auf die Organisation der Gene im Zellkern, vergleichbar mit einem Dirigenten in einem Orchester. Unser Ziel ist es, den Mechanismus, durch den Histon H1 auf die Verteilung und Aktivität seiner Target-Gene wirkt, zu entschlüsseln. Darüber hinaus werden wir die Rolle von sogenannten Licht-Rezeptoren im Zellkern studieren, welche mit dem Histon H1 Protein interagieren. Diese Forschung wird entscheidende Erkenntnisse im Bereich der Reprogrammierung wichtiger Keimlingsfunktionen liefern. Hierbei verwenden wir modernste Technik, wie beispielweise hochauflösende Mikroskopie. Desweitern werden molekulare Methoden zur Anwendung kommen, um die Methylierung der Gene (epigenetisches Profil) zu ermitteln. Die Methylierung beeinflusst wiederum den Aktivitätsstatus von Genen, welcher durch sogenannte Expressionsprofile ebenfalls untersucht werden kann.  Diese innovative Forschung hat grosse Bedeutung in der Biologie und ist relevant für unser Verständnis des Pflanzenlebens, welches durch Anpassung und Belastbarkeit geprägt ist.